Nichts für schwache Nerven

Im Hardheimer Spiel gegen Wiesloch entscheidet wieder einmal die Schlussaktion

Mit einer Heimniederlage beendete der TV Hardheim den 20. Spieltag der Handball-Badenliga. Einmal mehr entschied die letzte Aktion im Spiel über Sieg oder Niederlage und am Ende waren es die Gäste, die sich über den knappen 28:27-Sieg freuen dürften, während die Spieler des TVH am liebsten in den Boden versinken wollten.

Mit der TSG stellte sich eine Mannschaft vor, die von Beginn an hellwach in der Partie war und gewillt war, die hohe Hinspiel-Niederlage vergessen zu machen. Beide Teams begegneten sich dennoch bei wechselnder Führung auf Augenhöhe. Der Spielstand von 7:7 nach rund einer Viertelstunde entsprach ganz dem Geschehen.

In den Folgeminuten gerieten Hardheims Angriffsbemühungen immer mehr ins Stottern, da man sich erneut zu viele technische Fehler leistete. Dies machte jetzt zunehmend die Gäste stark, die immer wieder eine Lücke im Hardheimer Abwehrblock fanden. Darauf reagierte Hardheims Coach Lukas Dyszy mit einer Auszeit, die allerdings nicht den erwünschten Erfolg brachte. Das 10:15 aus Hardheimer Sicht kurz vor der Halbzeitpause unterstrich die Überlegenheit der Gäste bis zu diesem Zeitpunkt. Auch der 12:16-Halbzeitstand hellte die Mienen der Hardheimer Zuschauer nicht weiter auf. Zum Beginn des zweiten Spielabschnittes blies der TVH dann aber zur Aufholjagd. Einsatz, Kampfeswillen und auch wieder Spielwitz waren jetzt wieder Trumpf. Nach 14 Minuten Spielzeit durften Hardheims Fans erstmals den 19:19-Ausgleich bejubeln und waren wieder voller Zuversicht, dass die Mannschaft mit diesem Einsatz die Partie noch drehen könnte. Die verbleibenden 15 Minuten waren schließlich nichts für schwache Nerven.

Die Gäste ließen sich trotz des Rückschlages nicht aus dem Konzept bringen und konnten ihrerseits erneut zwei Tore vorlegen. Auf Hardheimer Seite antwortete Lukas Schneider mit zwei Treffern und Philipp Ohlhaut konnte postwendend Wieslochs erneute Führung zum 25:25 ausgleichen. Jetzt war der TVH wieder am Drücker. Luis Hönninger und Philipp Steinbach trafen für ihre Farben zum Spielstand von 27:25. Jetzt musste der TVH den knappen Vorsprung nur noch über die letzten vier Minuten bringen. Die Taktik dafür legte Gästetrainer Michael Peitz in seiner letzten Auszeit fest, und dann begann das große Zittern in der Halle.

Die Gäste behielten den Überblick und erzielten innerhalb von zwei Minuten den 27:27-Gleichstand. 15 Sekunden vor Spielende hatten es die Gastgeber nochmals in der Hand, den finalen Angriff erfolgreich abzuschließen. In der Hektik wurde der Ball allerdings leichtfertig abgegeben, und den schnell eingeleiteten Gegenstoß konnte Luis Hönninger nur mit einem Foul stoppen, und dafür konnte es nur Siebenmeter heißen. Diese Chance ließ sich Simon van de Locht nicht nehmen und verwandelte sicher zum 27:28-Endstand.

© Fränkische Nachrichten, Montag, 09.03.2020 k.n.