Presseberichte FSJ

Pressebericht vom 28.04.2016 (Fränkische Nachrichten)

 

Niklas Winter absolviert ein Freiwillges Soziales Jahr bei den Hardheimer Handballern / Die FN sprachen mit dem 18-Jährigen

 

 

 

 

"Ich freue mich, etwas sinnvolles zu tun"

 

Das "FSJ" ist nach wie vor beliebt. Als "Sprungbrett" ins Berufsleben bietet es die Möglichkeit, im sozialen Bereich Erfahrungen zu sammeln. Gängige Einsatzstellen sind Altenheime, Behindertenwerkstätten oder Schulen. Einen anderen Weg geht der Hardheimer Niklas Winter.

Am Anfang sah alles noch recht vage aus: "Nachdem ich in Tauberbischofsheim über das achtjährige Gymnasium mit 18 Jahren mein Abitur abgelegt habe, stellte sich mir eine elementare Frage: Was möchtest du danach eigentlich machen?", erinnert sich Niklas Winter. Daraufhin sah er sich ein wenig um und kramte in seiner Vergangenheit: "Früher haben mich die beiden FSJ'ler Thomas Farrenkopf und Dustin Leiblein gecoacht (trainiert) und irgendwie kam mir die Idee, mich über deren Stellen zu informieren". "Zumal Handball schon immer mein Hobby war", wie er den Fränkischen Nachrichten erklärt: Ab den "Minis" durchlief er alle Stationen der vielleicht populärsten TVH-Abteilung überhaupt und wusste dadurch, auf was er sich im Falle einer Zusage denn einlassen würde.

 

Eigener Stundenplan

Schließlich hat es geklappt, und zum 1. September 2015 trat Niklas seinen Dienst an. 38,5 Wochenstunden umfasst seine Stelle, "wobei ich zeitlich recht flexibel bin", wie Niklas Winter erklärt: "Es ist eigentlich nebensächlich, ob ich um acht Uhr oder erst gegen Mittag anfange", sagt er, "da es auch stark darauf ankommt, wann ich wo zu sein habe". Das regelt ein Stundenplan, der unter anderem eine eigene "Handball-AG" vorsieht, die immer mittwochs stattfindet und gemeinsam mit der in der Schule wirkenden Bundesfreiwilligendienstleistenden Ann-Christin Holzmann geleitet wird.

Ansonsten kümmert sich der 18-Jährige meist um die Sportklassen des Walter-Hohmann-Schulverbunds. Besonders schätzt er hier, praktisch alle Jahrgänge von der ersten bis zur zehnten Klasse und das quer über Grund-, Haupt- und Realschule hinweg betreuen zu dürfen. "Dabei kann ich auch immer den Lehrern über die Schulter schauen, was mir sehr hilft", betont der Hardheimer.

Doch geht seine Arbeit auch über den Schulalltag hinaus: "Es kommt durchaus vor, dass ich auch am Wochenende 'ran muss'", lässt er die FN wissen. Wenn nämlich die E- und C-Jugend Auswärtsspiele hat, "kommen schon einige Stunden auch am Wochenende zusammen". Allerdings sei das für Niklas, der mit einem Taschengeld entlohnt wird, kein Thema: "Ich kenne es ja seit meiner Kindheit so", fügt er an.

Bleibt die Frage nach dem "Fun-Faktor". Niklas Winter beantwortet sie mit einem klaren Ja: "Ich stehe morgens auf und freue mich auf meinen Arbeitstag", schildert er. "Und ich habe dabei das gute Gefühl, etwas wirklich Sinnvolles zu tun." Gerade die Arbeit mit den Kindern bereitet ihm viel Freude: "Sie geben unglaublich viel Dankbarkeit zurück, was schon mit dem Lächeln zur Begrüßung gezeigt wird", merkt er lächelnd an.

Es sei auch "ganz toll", die sportliche und persönliche Weiterentwicklung junger Menschen über den Zeitraum des Freiwilligen Sozialen Jahrs zu erkennen. "Man sieht und spürt einfach, was man gemacht hat", erklärt Niklas Winter im FN-Gespräch.

In diesem Kontext stellt er auch klar, dass das nach dem Abitur recht beliebte "Work & Travel" ("Reisen und Arbeiten") einfach "nicht sein Ding" sei: "Hier kann man meiner Meinung nach viel mehr lernen. Dagegen ist die Arbeit mit den Kindern eben einfach richtig klasse!"

 

Mitarbeit im Kindergarten

 

An einem Tag der Woche ist Niklas Winter im Hort und hilft dort bei der Hausaufgabenbetreuung mit, an zwei Tagen ist er im Gemeindekindergarten. Darüber hinaus arbeitet er im Programm "Handballer für Handballer" mit, dessen besondere Bewandtnis Niklas Winter schnell erklärt: "Damit schulisch schwächere Handballer den Sport und das Training nicht wegen der Schule aufgeben müssen, erhalten sie Nachhilfeunterricht je nach Bedarf". Zur Zeit betreut er fünf Kinder.

Seinem angedachten Berufsweg kommt ein typischer Arbeitstag beim TV Hardheim doch schon recht nah: "Ich möchte eigentlich Lehramt studieren", gibt er bekannt.

 

Trainerfortbildung

 

"Auf jeden Fall" würde er das Freiwillige Soziale Jahr weiterempfehlen: "Es bietet im sportlichen Bereich außerdem die Gelegenheit einer Trainerfortbildung", schildert der junge Hardheimer, der im Laufe seiner Tätigkeit den Trainerschein der C-Lizenz erwarb. "Und allgemein ist es einfach eine Klasse-Sache!"

Norbert Fürst, der im TV Hardheim seit 2008 für die FSJ-Stellen der Handballer zuständig ist, kann Niklas' Enthusiasmus nur bestätigen: "Er kommt aus dem Verein und ist Handballer durch und durch, was ihm und auch uns sehr zugutekommt", betont Fürst gegenüber den Fränkischen Nachrichten. "Außerdem nimmt Niklas vieles selbst in die Hand und weiß, wo was getan werden muss".